Unterschriften gegen Rotstiftpolitik
Deutliche Einschnitte bei der bestehenden kulturellen Substanz, aber neue Mittel für „Eventkultur“
Sparmaßnahme
Die Kürzungen im Kulturbereich – Gebührenerhöhung bei den Bücherhallen, Schließung des Altonaer Museums, Kürzung beim Schauspielhaus und den Privattheatern – bedeuten insgesamt erhebliche Einschnitte in die bestehende und bewährte kulturelle Substanz der Stadt. Gleichzeitig sollen über eine neue „Kulturtaxe“ (eine Steuer auf Hotelübernachtungen) jedoch bis zu 10 Mio. Euro neuer Mittel für den Kulturbereich eingenommen werden. Diese sollen jedoch nicht der bestehen Kultur, sondern fortwährend neuen Einmalaktionen wie Festivals, Sonderausstellungen und ganz allgemein „Events“ zu gute kommen.
Kritik und Alternativen
Dies zeigt, dass sich hinter dem angeblichen Sparzwang in Wirklichkeit eine Umverteilung verbirgt, die einem gewollten kulturpolitischen Kurswechsel geschuldet ist: Event-Kultur rauf, Museen, Theater und Bücherhallen runter – das ist die klare, bittere Botschaft dieses Sparpakets. Damit setzt der Senat genau jene neoliberale Politik fort, die zuletzt so vehement von vielen Kulturschaffenden kritisiert wurde: Kultur als reiner Kommerz, als Marketing-Instrument und Touristenattraktion im Standortinteresse – aber nicht als Lebensqualität für alle Hamburgerinnen und Hamburger.