Unterschriften gegen Rotstiftpolitik

259 weniger Lehrer/innen an Gymnasien

Sparmaßnahme

Durch die Verkürzung der Schulzeit an den Gymnasien bis zum Abitur von neun auf acht Jahre werden rechnerisch zwei bis drei Lehrer/innen pro Gymnasium „überflüssig“, das sind insgesamt 324 Lehrerstellen in Hamburg. Davon sollen nun 259 Stellen tatsächlich wegfallen.

Abbau von berufsvorbereitenden und teilqualifizierenden Berufsbildungsmaßnahmen

Sparmaßnahme

Die berufsvorbereitenden Aufgaben, die bisher in verschiedenen eigenständig dafür zuständigen Bildungseinrichtungen und -gängen geleistet wurden, sollen zukünftig an den neuen Stadtteilschulen geleistet werden. Dadurch verspricht sich der Senat offenbar erhebliche Einsparungen.

Arbeitsgelegenheiten

Sparmaßnahme

Schon im ersten Sparpaket für 2010 wurden 1.200 der bisher rund 10.000 Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung („1-Euro-Jobs“) gestrichen, wodurch diverser Tätigkeiten wegfallen, die bisher von den Jobinhabern durchgeführt wurden (z.B. Kantinenhilfe an Schulen).

Nun sollen weitere 1,8 Mio. Euro bei der Arbeitsmarktpolitik gekürzt werden – also bei den Chancen für Arbeitslose auf Wiedereingliederung. Die Behörde sagt zwar noch nicht offiziell, was dabei alles wegfallen soll, doch wahrscheinlich werden weitere 3.000 1-Euro-Jobs sowie sämtliche Qualifizierungsmaßnahmen für die übrigen 1-Euro-Jobber gestrichen.

Hortbetreuung an Schulen I – Hortreform verschlechtert Betreuungsqualität

Sparmaßnahme

Mit Beginn des nächsten Schuljahres 2011/12 sollen die Kinderhorte (Kindertagesstätten für Schulkinder) von den Kitas an die Schulen verlagert werden, damit es für alle Kinder eine kostenlose Hortbetreuung bis 16 Uhr geben kann; das bedeutet mittelfristig eine Aufstockung von 10.000 bis 12.000 neuen Hortplätzen, gut 50% mehr als bisher.

Doch der Haken ist, dass dafür keine einzige Erzieher/innen-Stelle mehr geschaffen werden soll! Der Betreuungsschlüssel wird sich also massiv verschlechtert: In Zukunft wird eine Erzieherin oder ein Erzieher für 23 Kinder zuständig sein.

Hortbetreuung an Schulen III

Sparmaßnahme

Das Angebot der Hortbetreuung soll auf Kinder bis 12 Jahre beschränkt werden (bisher 14 Jahre).

Kahlschlag bei den Bezirksämtern

Sparmaßnahme

In den sieben Bezirksämtern sollen bis 2013 insgesamt 48 Millionen Euro eingespart werden. Wie, das müssen die Bezirke selbst entscheiden. Die Summe bedeutet einen Personalabbau von bis zu 500 Stellen. Die Bezirke werden also gezwungen, massiv soziale Dienstleistungen zu streichen und/oder Gebühren zu erhöhen. Die Bezirke wollen ihre Kürzungsmaßnahmen untereinander koordinieren.

Wegfall der Förderung der „Hamburger Arbeit“

Sparmaßnahme

Die „Hamburger Arbeit“ (HAB) ist der größte Hamburger Träger für Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Er wird bisher von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA) institutionell gefördert. Diese Förderung soll abgebaut werden und in wenigen Jahren ganz wegfallen.

Abbau von „Personalüberhängen“ bei Pflegekräften bei f&w

Sparmaßnahme

Beim landeseigenen Unternehmen „fördern & wohnen“ (f&w) gibt es seit einigen Jahren Personalüberhange bei Pflegekräften. Diese sollen abgebaut werden.

Drücken der Vergütungssätze für die freien Träger im Sozialbereich

Sparmaßnahme

Die Sozialbehörde will erreichen, dass die Vergütungssätze für die Träger im Sozialbereich in den kommenden Jahren gar nicht oder nur geringfügig steigen. Sie hat versucht, dies in Gesprächen mit den Trägern und Dachverbänden zu erreichen. Bisher haben sich die Verbände diesem Diktat jedoch verweigert.

Erhebliche Kürzungen bei Studienfinanzierung und Studierendenwerk

Sparmaßnahme

Bei der Studienfinanzierung und der Förderung des Studierendenwerkes sollen in 2011 7,6 Mio. Euro und ab 2012 jährlich 10 Mio. Euro gekürzt werden. Dies wird zwangsläufig einen deutlichen Anstieg der Semesterbeiträge der Studierenden, drastische Preissteigerungen beim Mensaessen und Mietsteigerungen in den Wohnheimen zur Folge haben.

Kürzung der „Kosten der Unterkunft“ und Deckelung der Mietzuschüsse

Sparmaßnahme

Die Kosten der Unterkunft für die Bezieher sozialer Leistungen (ALG II und Sozialhilfe), also Miete und Heizkosten, werden vom Bund und von den Kommunen jeweils anteilig bezuschusst. Die Sozialbehörde rechnet nun mit geringeren Kosten als bisher erwartet, da die Arbeitslosigkeit nicht so stark angestiegen ist, wie noch vor einem Jahr befürchtet. Allein dadurch sollen in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 37 Mio. Euro eingespart werden.

Außerdem nimmt die Sozialbehörde die Mietwucherskandale um Wohnungen für Hartz-IV-Bezieher zum Anlass, nun Quadratmeterhöchstpreise festlegen zu wollen. Dadurch sollen in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 13 Mio. Euro eingespart werden.

Kürzung gesetzlicher Leistungen allgemein

Sparmaßnahme

Die Kürzungen im Bereich der Sozialbehörde basieren weitestgehend auf dem internen „Strategiepapier“ aus der Feder von Sozialsenator Wersich, das bereits im Vorfeld bekannt geworden war. Es scheinen jedoch bisher nicht alle dort genannten Punkte umgesetzt zu werden. Da es aber gut sein kann, dass es in den nächsten Monaten noch zu „Nachschlägen“ bei den Sparmaßnahmen kommt, seien die wichtigsten Punkte des Papiers hier weiterhin zur Erinnerung genannt:

Kürzung von Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose

Sparmaßnahme

Die Wirtschaftsbehörde hat sich zwar dazu noch nicht konkret geäußert, doch es scheint klar, dass bei den Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeitslose insgesamt erhebliche Einschnitte erfolgen sollen.

Kürzungen bei den Hilfen zur Erziehung

Sparmaßnahme

Die Sozialbehörde befürchtet einen Anstieg der Ausgaben in diesem Bereich von über 200 Millionen Euro in den kommenden Jahren durch vermehrte Inanspruchnahme dieser Hilfen. Dieser Anstieg soll komplett durch Reduzierungen und Umstrukturierungen der Hilfen eingespart werden. Außer der vermehrten Unterbringung von Jugendlichen in Hamburg statt außerhalb bleibt jedoch bisher unklar, wie diese Kürzungen konkret aussehen sollen. Mit blumigen Worten werden lediglich „Alternativen zur teuren sozialpädagogischen Familienhilfe“ angekündigt. Außerdem soll offenbar Druck auf Bezirke und Träger zur Kostensenkung ausgeübt werden.

Kürzungen bei der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

Sparmaßnahme

Durch „Anstrengungen zur Modernisierung“ gemeinsam mit den Trägern und „gezieltere und am individuellen Bedarf ausgerichtete Hilfen“ sollen 11 Millionen Euro eingespart werden.

Kürzungen bei Pflegegeldleistungen

Sparmaßnahme

Pflegegeldleistungen sollen „nicht mehr in jedem Fall zusätzlich zu Pflegedienstkosten“ gezahlt werden. Unter anderem sollen die Investitionskosten in der Tagespflege (die notwendigerweise einen regelhaften Anteil an den Pflegekosten ausmachen) nicht mehr gefördert werden.

Wegfall des Zuschusses an die Wohlfahrtsverbände

Sparmaßnahme

Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege haben bisher für ihre Arbeit jährliche Zuschüsse von insgesamt 430.000 Euro erhalten. Diese sollen nun komplett wegfallen.

„Outsourcing“ der „Kooperationsstelle Hamburg“

Sparmaßnahme

Die „Kooperationsstelle Hamburg“ ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt und des DGB, die die Aufgabe hat, Arbeitswelt und Wissenschaft zu vernetzen mit dem Ziel, die wissenschaftliche Forschung zur Verbesserung der Arbeits- und Lebenssituation von Arbeitnehmer/innen voranzutreiben. Sie war bisher an die Behörde für Wissenschaft und Forschung angegliedert, soll nun jedoch herausgelöst und in eine eigenständige GmbH umgewandelt werden.

„Outsourcing“ der „Kooperationsstelle Hamburg“

Sparmaßnahme

Die „Kooperationsstelle Hamburg“ ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt und des DGB, die die Aufgabe hat, Arbeitswelt und Wissenschaft zu vernetzen mit dem Ziel, die wissenschaftliche Forschung zur Verbesserung der Arbeits- und Lebenssituation von Arbeitnehmer/innen voranzutreiben. Sie war bisher an die Behörde für Wissenschaft und Forschung angegliedert, soll nun jedoch herausgelöst und in eine eigenständige GmbH umgewandelt werden.

Abbau von berufsvorbereitenden und teilqualifizierenden Berufsbildungsmaßnahmen

Sparmaßnahme

Die berufsvorbereitenden Aufgaben, die bisher in verschiedenen eigenständig dafür zuständigen Bildungseinrichtungen und -gängen geleistet wurden, sollen zukünftig an den neuen Stadtteilschulen geleistet werden. Dadurch verspricht sich der Senat offenbar erhebliche Einsparungen.

Erhöhung der HVV-Fahrpreise

Sparmaßnahme

Die Tarife des HVV sollen im Jahr 2011 mit einem Zuschlag versehen werden. Die Leistungen beim Familienpass werden eingeschränkt.

Kürzung bei der außerschulischen Berufsbildung

Sparmaßnahme

Durch eine bisher nicht näher beschriebene „Reorganisation im Bereich der außerschulischen Berufsbildung“ sollen in diesem Bereich 350.000 Euro pro Jahre eingespart werden.

Erhöhung des Essengeldes in Kita und Hort

Sparmaßnahme0

Das Essensgeld soll sowohl in der Kita als auch im Hort deutlich erhöht werden: Im Krippen- und Elementarbereich von jetzt 60 Cent auf 1 Euro pro Tag, im Hortbereich sogar auf 2 Euro am Tag. Die ermäßigten Sätze für Hartz-IV-BezieherInnen steigen auf 80 Cent bzw. 1 Euro (Hort).

Höhere Kita- und Hortgebühren für Eltern mit mittlerem Einkommen

Sparmaßnahme

Die Kita- und Hortgebühren sollen für Eltern mit mittlerem Einkommen deutlich steigen, bei einem Netto-Haushaltseinkommen ab 3.000 Euro auf bis zu 100 Euro mehr pro Monat. Der Höchstbeitrag wird dann bei 496 Euro pro Kind liegen statt bisher 396 Euro. Und das erhöhte Essensgeld kommt noch obendrauf.

Hortbetreuung an Schulen II

Sparmaßnahme

Kostenlos wird die Hortbetreuung nur zwischen 8 und 16 Uhr, davor und danach sind gestaffelte Gebühren fällig.