Unterschriften gegen Rotstiftpolitik

259 weniger Lehrer/innen an Gymnasien

Sparmaßnahme

Durch die Verkürzung der Schulzeit an den Gymnasien bis zum Abitur von neun auf acht Jahre werden rechnerisch zwei bis drei Lehrer/innen pro Gymnasium „überflüssig“, das sind insgesamt 324 Lehrerstellen in Hamburg. Davon sollen nun 259 Stellen tatsächlich wegfallen.

Abbau von berufsvorbereitenden und teilqualifizierenden Berufsbildungsmaßnahmen

Sparmaßnahme

Die berufsvorbereitenden Aufgaben, die bisher in verschiedenen eigenständig dafür zuständigen Bildungseinrichtungen und -gängen geleistet wurden, sollen zukünftig an den neuen Stadtteilschulen geleistet werden. Dadurch verspricht sich der Senat offenbar erhebliche Einsparungen.

Arbeitsgelegenheiten

Sparmaßnahme

Streichung von 1.200 der bisher rund 10.000 Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung („1-Euro-Jobs“); dadurch Wegfall diverser Tätigkeiten, die bisher von den Jobinhabern durchgeführt wurden (z.B. Kantinenhilfe an Schulen)

Hortbetreuung an Schulen I – Verschiebung der Hortreform

Sparmaßnahme

Eigentlich sollten mit Beginn der sechsjährigen Primarschule ab 2011 auch die Kinderhorte (Kindertagesstätten für Schulkinder) von den Kitas an die Schulen verlagert werden, so dass es für alle Kinder an Primarschulen eine kostenlose Hortbetreuung bis 16 Uhr gegeben hätte; das hätte eine eine Aufstockung von 10.000 bis 12.000 neuen Hortplätzen bedeutet, gut 50% mehr als bisher. Dafür sollte jedoch keine einzige Erzieher/innen-Stelle mehr geschaffen werden!

Diese „Hortreform“ wird nun im Zuge der Sparmaßnahmen aufgeschoben und wird frühestens 2013 in Kraft treten.

Hortbetreuung an Schulen II

Sparmaßnahme

Kostenlos wird die Hortbetreuung nur zwischen 8 und 16 Uhr, davor und danach sind gestaffelte Gebühren fällig.

Hortbetreuung an Schulen III

Sparmaßnahme

Das Angebot der Hortbetreuung soll auf Kinder bis 12 Jahre beschränkt werden (bisher 14 Jahre).

Kahlschlag bei den Bezirksämtern

Sparmaßnahme

In den sieben Bezirksämtern sollen bis 2013 insgesamt 48 Millionen Euro eingespart werden. Wie, das müssen die Bezirke selbst entscheiden. Die Summe bedeutet einen Personalabbau von bis zu 500 Stellen. Die Bezirke werden also gezwungen, massiv soziale Dienstleistungen zu streichen und/oder Gebühren zu erhöhen. Die Bezirke wollen ihre Kürzungsmaßnahmen untereinander koordinieren.

Wegfall der Förderung der „Hamburger Arbeit“

Sparmaßnahme

Die „Hamburger Arbeit“ (HAB) ist der größte Hamburger Träger für Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Er wird bisher von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA) institutionell gefördert. Diese Förderung soll abgebaut werden und in wenigen Jahren ganz wegfallen.

Erhöhung des Essengeldes in Kita und Hort

Sparmaßnahme

Das Essensgeld soll sowohl in der Kita als auch im Hort deutlich erhöht werden: Im Krippen- und Elementarbereich von jetzt 60 Cent auf 1 Euro pro Tag, im Hortbereich sogar auf 2 Euro am Tag. Die ermäßigten Sätze für Hartz-IV-BezieherInnen steigen auf 80 Cent bzw. 1 Euro (Hort).

Höhere Kita- und Hortgebühren für Eltern mit mittlerem Einkommen

Sparmaßnahme

Für Familien mit einem Netto-Haushaltseinkommen ab 3.000 Euro im Monat sollen die Kita- und Hortgebühren deutlich steigen; wie deutlich, wird bisher nicht gesagt.

Kein Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung ab 2 Jahren

Sparmaßnahme

Die schwarz-grüne Koalition hatte vereinbart, ab 2010 einen Rechtsanspruch auf Tagesbetreuung für Kinder ab zwei Jahren einzuführen. Dies wird nun bis 2013 zurückgestellt.

Wegfall der Ermäßigungen für behinderte Kinder

Sparmaßnahme

Für Eltern behinderter Kinder galten bisher andere Beitragsbemessungsregelungen bei der Erhebung der Kita- und Hortgebühren. Dies trug der Tatsache Rechnung, dass behinderte Kinder in der Regel erhebliche zusätzliche Aufwendungen für ihre Familien mit sich bringen. Diese Ermäßigung soll nun wegfallen, die Beitragsbemessungsregelungen sollen „gleichgestellt“ werden.

„Outsourcing“ der „Kooperationsstelle Hamburg“

Sparmaßnahme

Die „Kooperationsstelle Hamburg“ ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt und des DGB, die die Aufgabe hat, Arbeitswelt und Wissenschaft zu vernetzen mit dem Ziel, die wissenschaftliche Forschung zur Verbesserung der Arbeits- und Lebenssituation von Arbeitnehmer/innen voranzutreiben. Sie war bisher an die Behörde für Wissenschaft und Forschung angegliedert, soll nun jedoch herausgelöst und in eine eigenständige GmbH umgewandelt werden.

Erhöhung der Eintrittspreise bei Oper und Theatern

Sparmaßnahme

Durch höhere Eintrittspreise bei den drei staatlichen Sprechbühnen – Staatsoper, Schauspielhaus und Thalia Theater – sollen insgesamt 1,4 Millionen Euro mehr in die Kasse kommen.

Abbau von „Personalüberhängen“ bei Pflegekräften bei f&w

Sparmaßnahme

Beim landeseigenen Unternehmen „fördern & wohnen“ (f&w) gibt es seit einigen Jahren Personalüberhange bei Pflegekräften. Diese sollen abgebaut werden.

Drücken der Vergütungssätze für die freien Träger im Sozialbereich

Sparmaßnahme

Die Sozialbehörde will erreichen, dass die Vergütungssätze für die Träger im Sozialbereich in den kommenden Jahren gar nicht oder nur geringfügig steigen. Sie hat versucht, dies in Gesprächen mit den Trägern und Dachverbänden zu erreichen. Bisher haben sich die Verbände diesem Diktat jedoch verweigert.

Erhöhung der Eintrittspreise bei Oper und Theatern

Sparmaßnahme

Durch höhere Eintrittspreise bei den drei staatlichen Sprechbühnen – Staatsoper, Schauspielhaus und Thalia Theater – sollen insgesamt 1,4 Millionen Euro mehr in die Kasse kommen.

Erhöhung der HVV-Fahrpreise

Sparmaßnahme

Die Tarife des HVV sollen im Jahr 2011 mit einem Zuschlag versehen werden. Die Leistungen beim Familienpass werden eingeschränkt.

Kürzung der „Kosten der Unterkunft“

Sparmaßnahme

Die Kosten der Unterkunft für die Bezieher sozialer Leistungen (ALG II und Sozialhilfe), also Miete und Heizkosten, werden vom Bund und von den Kommunen jeweils anteilig bezuschusst. Die Sozialbehörde will die erwarteten Ausgabenanstiege aufgrund steigender Arbeitslosigkeit und Armut einsparen. Dazu will sie mit dem Bund einen höheren Bundeszuschuss erwirken. Was kommt, wenn dies nicht oder nur teilweise gelingt, wird zwar nicht konkret gesagt; aber es ist klar, dass dies eine Senkung der Zuschüsse zur Folge haben wird.

Kürzung gesetzlicher Leistungen allgemein

Sparmaßnahme

Die Kürzungen im Bereich der Sozialbehörde basieren weitestgehend auf dem internen „Strategiepapier“ aus der Feder von Sozialsenator Wersich, das bereits im Vorfeld bekannt geworden war. Es scheinen jedoch bisher nicht alle dort genannten Punkte umgesetzt zu werden. Da es aber gut sein kann, dass es in den nächsten Monaten noch zu „Nachschlägen“ bei den Sparmaßnahmen kommt, seien die wichtigsten Punkte des Papiers hier weiterhin zur Erinnerung genannt:

  • (noch) restriktivere Prüfung von Ansprüchen
  • Abschiebung von Leistungen auf andere Sozialversicherungsträger
  • Kürzung „unverhältnismäßiger“ Leistungen (welche das wohl sein sollen?)
  • Umstellung auf „weniger kostenintensive Hilfe- und Leistungsformen“, z.B. durch Ambulantisierung und Privatisierung
  • Erhöhter Druck auf Träger, die Kosten zu senken
  • Aussetzen jährlicher Anpassungen (= de facto Kürzungen, da die Preissteigerungen nicht ausgeglichen werden)
  • Anhebung von Gebühren und Eigenbeteiligungen; Rücknahme von Beitragsentlastungen
  • Absenkungen von Standards, z.B. durch „Verringerung von Personalschlüsseln, Leistungsinhalten und Ansprüchen“ oder „Aufbau von Hürden für die Inanspruchnahme von Leistungen“

Kürzungen bei den Hilfen zur Erziehung

Sparmaßnahme

Die Sozialbehörde befürchtet einen Anstieg der Ausgaben in diesem Bereich von über 200 Millionen Euro in den kommenden Jahren durch vermehrte Inanspruchnahme dieser Hilfen. Dieser Anstieg soll komplett durch Reduzierungen und Umstrukturierungen der Hilfen eingespart werden. Außer der vermehrten Unterbringung von Jugendlichen in Hamburg statt außerhalb bleibt jedoch bisher unklar, wie diese Kürzungen konkret aussehen sollen. Mit blumigen Worten werden lediglich „Alternativen zur teuren sozialpädagogischen Familienhilfe“ angekündigt. Außerdem soll offenbar Druck auf Bezirke und Träger zur Kostensenkung ausgeübt werden.

Kürzungen bei der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

Sparmaßnahme

Durch „Anstrengungen zur Modernisierung“ gemeinsam mit den Trägern und „gezieltere und am individuellen Bedarf ausgerichtete Hilfen“ sollen 11 Millionen Euro eingespart werden.

Kürzungen bei Pflegegeldleistungen

Sparmaßnahme

Pflegegeldleistungen sollen „nicht mehr in jedem Fall zusätzlich zu Pflegedienstkosten“ gezahlt werden. Unter anderem sollen die Investitionskosten in der Tagespflege (die notwendigerweise einen regelhaften Anteil an den Pflegekosten ausmachen) nicht mehr gefördert werden.

Stellenabbau in der Sozialbehörde

Sparmaßnahme

In der Behörde selbst sollen bis 2013 knapp 10 Millionen Euro eingespart werden, vor allem durch den Verzicht auf Stellennachbesetzungen.